Originelle Kerzenanwendungen

Die Kerzenuhr – Zeitmesser in der dunklen Tageszeit

Wer kennt nicht die Sonnenuhr?  Sie funktioniert gut, wenn die Sonne scheint. Die Kerzenuhr funktioniert nicht nur bei Nebel und Regen, sondern auch in der Nacht bei absoluter Dunkelheit.

Wie funktioniert nun so eine Kerzenuhr?  In regelmäßigen Abständen werden in die Kerze Nägel eingebracht. Wenn die Kerze herab brennt, dann wird der Kerzenwachs heiß und schmilzt. Die Nägel, die meist einen dicken Nagelkopf haben, werden locker und fallen schließlich auf einen Kerzenhalter aus Metall.  Der dicke Nagelkopf soll das Herauskippen des Nagels aus der Kerze durch dessen Eigengewicht

Beim Aufprall bringt der herausfallende Nagel  den Metallhalter zum klingen und zeigt damit an, dass wieder eine Zeiteinheit vergangen ist. (Ping) Hat die Kerze eine bestimmte Dicke und werden die Abstände der Nägel gleich gewählt, so hat man einen Zeitmesser, der zwar nicht sehr genau ist, aber immer noch besser als ganz ohne Zeitangabe zu sein.

Die Kerzenuhr ist ein schmaler Zylinder, der ca. einen Durchmesser von 1 cm hat. Je dünner die Kerze, desto genauer die Kerzenuhr. Die Kerzenuhr hatte ebenso wie die Wasseruhr ihre Daseinsberechtigung in der Zeit bevor es mechanische Uhren gab, die aufgezogen werden konnten und dann automatisch liefen.

Heute sind sie eher Museumsstücke oder Dekorationsgegenstände mit nostalgischem Wert.

 

 

Kerzenuhr und Kalenderkerze

Die Methode mit Kerzen die Zeit zu messen ist schon sehr alt. Sie ist seit dem 9. Jahrhundert überliefert. Um die Zeit mit einer Kerze messen zu können muss die Kerze gleich dick an allen Stellen sein und das Kerzenmaterial sollte homogen sein.

Aus der Menge des abgebrannten Kerzenwachses kann an einer angebrachten Skala, die sich mal neben der Kerze, mal direkt auf der Kerze befindet, abgelesen werden wie viel Zeit schon vergangen ist. Es handelt sich um eine Kerzenuhr.

Damit man nicht ständig die Kerze beim Abbrennen beobachten muss, können Metallstifte oder kleine Glöckchen in das Wachs gesteckt werden. Wird das Kerzenwachs dann weich fallen die Gegenstände aus dem Wachs heraus und geben Geräusche von sich,  die auf die verflossene Zeit aufmerksam machen.

Die Ablesegenauigkeit ist von der Dicke der Kerze abhängig. Sie beträgt 5 bis 10 Minuten, wenn es windstill ist.

Während im Mittelalter die meisten Menschen ihre Zeit nach Tagen und Wochen einteilten, mussten die Mönche feste Gebetszeiten einhalten. Dazu verwendeten Sie Bienenwachskerzen. Durch ihren hohen Bedarf an Kerzen entwickelte sich die Imkerei hauptsächlich in Klöstern.

Eine andere Art die Zeit zu messen sind Kalenderkerzen in der Weihnachtszeit. Die Kerzen haben an der Seite für jeden Tag einen Strich. Die Kerze wird jeweils an einem Tag soweit abgebrannt bis der Strich erreicht ist. Danach wird sie gelöscht und am nächsten Tag wieder angezündet und brennen gelassen bis der nächste Strich erreicht ist. usw.